Archäologische Ausgrabungen, Prospektion & Baudokumentation
Aktuelle Projekte, News
Untersuchung des Autobahnbaues der A8 zwischen Augsburg und Ulm
Ab Juni 2011 werden von der Firma ARCHBAU im Rahmen des Ausbaues der A8 zwischen Augsburg und Ulm Prospektionen und Ausgrabungen durchgeführt. Bei diesem Bauvorhaben sind insgesamt 20 Verdachtsflächen mit einem Flächenumfang von 937.000m² beauflagt.
Bei den bisherigen Untersuchungen konnte in der Gemarkung Burgau, Landkreis Günzburg eine mehrphasige Siedlung aus der Bronzezeit und der Hallstattzeit nachgewiesen werden. Der hallstattzeitlichen Siedlung ließ sich ein handwerklich genutztes Areal mit Feuerstellen zur Metallverarbeitung zuordnen.
In einer weiteren Verdachtsfläche der Gemarkung Scheppach, Landkreis Günzburg war der längere Abschnitt eines frühneuzeitlichen Wehrgrabens mit Waffenfunden aus der Nutzungszeit nachweisbar. Der Graben wurde nach dem vorläufigen Untersuchungsstand im Dreißigjährigen Krieg von 1648 oder in den Bauernkriegen des 15. Jahrhunderts genutzt. In einem nahegelegenen Untersuchungsareal der Gemarkung Scheppach, Landkreis Günzburg ist weitere Ausgrabung im Waldmontagewerk Kuno I geplant, in dem am Ende des zweiten Weltkrieges die Düsenflugzeuge Messerschmidt Me 262 endmontiert worden sind. Durch Prospektionen in der Gemarkung Hirbilingen, Landkreis Ausgburg konnte außerdem der Nachweis eines Mühlenkanales erbracht werden, dessen genauere Untersuchung ebenfalls vorgesehen ist.
Essen-Werden: Folkwang-Musikschule, Neubau Folkwangbibliothek
Wetterschutz in Gerüstbauweise für die Ausgrabungen in Essen-Werden, Folkwang-Musikschule, Neubau Folkwangbibliothek (Abtei Werden, Mittelalter/Neuzeit).
München: Maximilianstraße
Das unterirdische München: Reste der Stadtmauern entdeckt.
Grabungen im Bereich zwischen dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und der Maximilianstraße fördern mittelalterliche Stadtmauer zutage.
Zur Vorbereitung einer Baumaßnahme fanden zwischen der Maximilianstraße 6 und dem Hauptgebäude des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege archäologische Untersuchungen statt. Erwartungsgemäß traten mächtige Reste der Münchener Stadtbefestigung zu Tage; unerwartet war, dass diese Reste nur 80 cm unter dem heutigen Pflaster liegen und außerordentlich gut erhalten sind.
Unter Leitung des Landesamts für Denkmalpflege legten Archäologen die Reste der Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert, der Zwingermauer aus dem 15. Jahrhundert sowie der Bebauungen und Nutzungen des 18. und 19. Jahrhunderts frei.
Nach Anlage der Maximilianstraße durch Friedrich von Bürklein 1853 schlossen sich an die Alte Münze die Gebäude mit den Hausnummern 6 und 8 an, verbunden waren sie durch offene Arkaden. Zwischen den beiden Gebäudekomplexen befand sich ein ebenfalls von Bürklein angelegter Garten -- auch Reste dieser Nutzung sind bei den Grabungen erkennbar. Unter dem Kellergeschoss der Maximilianstraße 6 werden zudem Reste des so genannten "Hexenturms" vermutet. Seine Lage und sein Zustand sollen durch eine weitere Sondage geprüft werden.
Die älteren Kulturschichten, die während der Grabungen zutage treten, sind hier fast zwei Meter dick. Sie ermöglichen damit einmalige Einblicke in die frühere Bebauung und Nutzung der Fläche.
Der Fund zeigt, wie gut sich Geschichtszeugnisse aus allen Epochen trotz Kriegszerstörungen und intensiver Bautätigkeit unter dem heutigen Pflaster unserer Stadt- und Siedlungskerne ("Altorte") erhalten haben, und wie wichtig es ist, diese zu schützen.



